Transition

Bilder meiner Transition oder ein Leben in Bildern

Ein Leben als transsexueller Mensch ist gerade vor dem Outing teilweise sehr problematisch und kompliziert. Nach Außen versucht man eine "künstliche Fassade" aufrecht erhalten, um möglichst nicht aufzufallen - während man innerlich immer mehr an sich selbst zerbricht. Irgendwann sieht man meist für sich persönlich dann keinen Ausweg mehr und tritt die Flucht nach vorne an. Mit anderen Worten man beginnt eine Fahrt ins Ungewisse. Denn wie eine Transition endet oder verläuft, weiß leider keiner der Betoffenen selber so genau. Es ist der Strohhalm an den wir uns alle klammern. In der Hoffnung den richtigen Weg für uns gewählt zu haben. Mit dem Wunsch ein "normales" unbeschwertes Leben führen zu können.

Was bekanntlich nicht leicht ist - denn gerade unsere aktuelle Gesellschaft ist leider noch nicht so tolerant, wie wir es gerne hätten. Dennoch oder gerade darum, möchte ich an dieser Stelle und um anderen "Betroffenen" etwas Hoffnung, Kraft und Mut für den beschwerlichen Weg zugeben, die Bilder meiner Transition zeigen. Dabei habe ich mir lange überlegt ob ich überhaupt Fotos von meiner "unrühmlichen" Zeit vor dem Outing veröffentliche. Ich bin aber zu dem Entschluss gekommen es trotzdem zu tun, weil es nur so möglich ist sich ein wirklich komplettes Bild zu machen. Außerdem stehe ich zur meiner Vergangenheit. Auch wenn die Person auf den Fotos nicht mehr viel mit mir zu tun hat. Ich wünsche Euch jetzt aber viel Spaß beim Anschauen der Bilder meiner Transition.

3 Kommentare zu “Bilder meiner Transition oder ein Leben in Bildern

  1. maneu
    | Antworten

    Liebe Ellen, das ist unglaublich! Heute eine so hübsche Frau mit einer solchen Vorgeschichte! Das macht vielen von uns Mut!
    Ganz lieben Dank, dass Du uns daran teilhaben lässt!

  2. | Antworten

    Hallo Ellen,

    erstmal ein riesiges Kommpliment, du siehst richtig toll aus. Ich bin Beruflich und im öffentlichen Alltag ein Mann von 45 Jahren, aber in meinen vier Wänden lebe ich mein zweites Ich nun nahezu komplett als Frau. Ich kleide mich von Kopf bis Fuß als Dani. Ich ziehe vor allen Menschen den Hut, die ihren Weg konsequent, denn dieser ist alles andere als einfach. Ich wünsche Dir noch alles gute.

    LG Dani

  3. | Antworten

    Hi, die Frage nach dem „Warum“ ist nicht leicht zu beantworten und mit Sicherheit bei jeder Person anders. Ich kann in diesem Fall nur von mir sprechen, was dazu geführt hat das es bis Ende 30 gedauert hat bis die „Bombe“ geplatzt ist. In der Kindheit/Jugendzeit war ich – weil ich eben aus der „Norm“ gefallen bin – das primäre Ziel für diverse Mobbing-Attacken die weit über das „normale“ Maß hinaus gehen. Zusammengeschlagen oder in Mülltonnen gesperrt zu werden war die Regel. Ebenso wie das direkte Umfeld (außer Eltern) mehr oder weniger meinten so was wie mich wäre früher umgebracht worden. Naja, es folgte das was folgen musste. Ich habe angefangen mich vor der Welt zu fürchten und habe mich selbst innerlich weggesperrt. Meine Sozialphobie kommt nicht von ungefähr.

    Mit dem Beginn des Studiums suchte sich mein wirkliches „ich“ wieder den Weg nach draußen und ich ließ Studium und alles andere schleifen. Zerfressen von mir selbst. Ich konnte nicht mehr schlafen und stand kurz vor dem Zusammenbruch. Der im Nachhinein auch hätte kommen sollen. Doch es kommt meist anders. Meine Mutter verstarb unerwartet im Sommer 2001 und damit hatte ich keine Person mehr die ich hätte mich anvertrauen können. Statt dessen ließ ich mich in eine Beziehung einfangen – die ich nicht wirklich gewollt habe. Ende vom Lied es hat mich dann weitere 10 Jahre gekostet. Die Person war eben sehr bestimmend und ließ mir keine „Luftzum Atmen“.

    So verlief die Zeit. Ich war nur noch in mich gekehrt und habe alles andere um mich herum einfach geschehen lassen. Es folgte eine Trennung – bzw. ich wurde vor die Tür gesetzt. Und das was einst verdrängt und immer latent da war bahnte sich den Weg nach vorne. Bis eben das unvermeintliche passierte und ich mich jemanden anvertrauen musste – andernfalls wäre der Weg in die Psychiatrie vorprogrammiert gewesen. Ich war in dem Moment einfach am Ende.

    Und so kam es dann eben zum Outing.

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